Ramsar-Gebiet
In der kleinen iranischen Stadt Ramsar an der Südküste des Kaspischen Meeres wurde 1971 die Internationale „Konvention über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung" unterzeichnet. Die Mitgliedstaaten verpflichten sich u. a. die Erhaltung der Feuchtgebiete dadurch zu fördern, dass sie zu Schutzgebieten erklärt werden und im angemessenen Umfang für ihre Aufsicht gesorgt wird. jeder Verlust an Feuchtgebietsfläche ist durch neue Schutzgebiete im selben oder in einem anderen Gebiet auszugleichen.
Etwa 120 Vertragsstaaten gehören der Ramsar-Konvention an, Deutschland ist 1976 beigetreten. Die Ramsar-Konvention ist in der nationalen Rechtsordnung verankert. Das bedeutet, dass solche Feuchtgebiete internationaler Bedeutung zwar einen Status haben, der aber durch die jeweiligen nationalen Schutzkategorien (wie Naturschutzgebiet, Nationalpark) zu sichern sind. Heute müssen Ramsargebiete im EU-Gebiet als Besondere Schutzgebiete (Special Protected Areas, SPA) Bestandteil des Netzes NATURA 2000 sein und daher als solche gemeldet und EU-Recht unterstellt werden.

Diesen Text habe ich der Zeitschrift "Der Falken Das Journal für Vogelbeobachter" Ausgabe Mai 2002 entnommen