Kranichberingung im Kreis Parchim
Volker Günther

Um genauere Aussagen über die Biologie des Kranichs machen zu können, werden seit 1989 im Kreis Parchim junge Kraniche beringt.
Im Jahr 1989 wurden die Vögel mit einem langen roten Ring, auf dem ein Buchstabe und eine Nummer eingestanzt waren, markiert. Auf Grund der schlechten Ablesbarkeit wechselte man in den folgenden Jahren die Ringe. Von 1990-1995 wurde ein langer, blauer Ring (Landesring - Deutschland) am linken Bein und eine individuelle Dreifarbkombination am rechten Bein verwendet. Seit 1996 wird auf Grund der „ausgehenden" Kombinationsmöglichkeiten der lange, blaue Ring durch die Farben blau-weiß-blau ersetzt. Sollte also jemand Ringe ablesen, ist genaustens darauf zu achten, welche Farbe(n) der Landesring hat, da sich nun die alten Dreifarbkombinationen wiederholen.

Einige der seit 1995 beringten Kraniche wurden zusätzlich mit einem Sender versehen, welcher ca. 30g schwer ist und etwa 3 Jahre arbeitet. Speziell für die Beurteilung der Habitatnutzung im Brutrevier und für die Ortung im Überwinterungsgebiet (Frankreich, Spanien) sind sie ein sehr wichtiges Hilfsmittel.
Eine zweite Beringergruppe ist seit 1995 in Brandenburg tätig.
Die Wahrscheinlichkeit, einen beringten Kranich zu sehen, ist im Kreis Parchim sehr hoch. Sollte es zu einer solchen Beobachtung kommen, melden Sie diese bitte unter Angabe von Ringkombination, Ort, Datum und Verhalten (i.w.S.) an die Naturparkverwaltung in Karow. Die zentrale „Ringerfassungsstelle" für farbberingte Kraniche ist das Kranichinformationszentrum in 18445 Groß Mohrdorf, Lindenstr. 27 (z.H. G. Nowald).

Fortsetzung nächste Seite

Tabelle : Beringungen und Wiederfunde in den Jahren 1989 - 1998 im Kreis Parchim

Legende: BJ - Beringunsjahr; W - Wiederfang; T - Totfunde