Reis


Ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt.  Sein Vorkommen konnte bis in die Eiszeit (Pleistözän) zurückverfolgt werden. Die Heimat des Kulturreises ist nach heutigen Kenntnissen Süd-Ost-Asien. Die schriftlichen Überlieferungen stammen aus China. Sie berichten, dass schon  im Jahre 2.880 v. Chr. der Kaiser Shen-nung beim Frühlingsfest Reis ausgesät habe. Erst im 9. Jahrhundert brachten die Mauren die Reiskultur nach Spanien und seit dem 15. Jahrhundert wird Reis in Italien, in der Po-Ebene, angebaut. Nach Nordamerika kam der Reis im 17. Jahrhundert. Wie Weizen, Roggen, Hafer und Gerste stammt auch der Reis aus der Familie der Gräser.

Die Reispflanze ist ein 80-120 cm hoher, schlanker Halm, der lange Rispen mit zahlreichen Körnern trägt. An den Boden stellt der Reis geringe Anforderungen. Nur schwer muss die Erde sein, damit sie genügend Wasser hält. Auf Regen und Wärme reagiert der Reis jedoch sensibler. Die tropischen Reissorten keimen ab 18 Grad C und die Subtropischen bereits ab  10 bis 12 Grad C. Da der Reis überhaupt keinen  Frost verträgt, wird er in Südeuropa erst Ende April oder Anfang Mai ausgesät. Während der Blütezeit verlangt der Reis Temperaturen von 25 bis 35 Grad C. Die Methoden des Reisbaus richten sich nach der Bodenbeschaffenheit, den Bewässerungsmöglichkeiten und dem Klima.

Hauptsächlich unterscheidet man zwischen Gebieten, wo der (vorgekeimte) Reis ausgesät wird und denen, wo er gepflanzt wird. In Hinterindien, Indonesien, China und Japan und auf den Philippinen wird er überwiegend gepflanzt. In weiten Teilen Vorderindiens, in Italien, Frankreich, Spanien und den USA, wird der Reis ausgesät.

Langkornreis hat eine Länge von 6 bis 8 mm, wobei die Länge die Dicke um das Fünffache überschreiten sollte. Langkornreis hat einen harten und glasigen Kern.

Mittelkornreis ist 5 bis 6 mm lang. Seine Dicke beträgt 1,5 bis 2,5 mm. Er hat einen kalkigen Kern.

Rundkornreis ist bis 5 mm lang. Seine Dicke beträgt mindestens 2 mm. Er hat einen kalkigen Kern.

Sobald die Reisblüte vorbei ist , wird der Reis von den trockenen Feldern geerntet. In den USA und in einigen Ländern Asiens und Südeuropa wird der Reis mit Mähdreschern geerntet. Der gedroschene Rohreis, der jetzt
Paddy heißt (Reis in der Strohhülse), wird in Großcontainern direkt zu den Trocknungsanlagen gebracht und hier auf ca. 15 % Wassergehalt heruntergetrocknet. Danach wir der Paddy-Reis in der Mühle entspelzt (von der Strohhülse befreit).

Die enspelzten gelbgrünlichen oder gelbrötlichen Körner sind noch mit einem Silberhäutchen umschlossen. In diesem Zustand heißt er
Carco-Reis (Naturreis, Braunreis).

Als Carco-Reis wird der Reis dann exportiert und in den Reismühlen der Importländer zu Weißreis (Polierter Reis) oder
Parboiled-Reis weiter verarbeitet.


Natur-Reis nennt man den nicht geschliffenen und polierten Lang-, Mittel- oder Rundkorn-Reis

Wilder Reis gehört botanisch zu den Gräsern. Die einjährige, etwa 1,80 m hohe Wasserpflanze wächst im Uferbereich der nordamerikanischen Seen (Minnesota, Wisconsin,  Michigan) und in Canada, wo er von den Indianern noch traditionell vom Kanu aus geerntet wird. Die reifen, schwarzbraunen Körner sehen wie Tannennadeln aus.