Der kaufmännische Angestellte und leidenschaftliche Freizeitornithologe mit Kontakten zu allen Kranichstationen im In- und Ausland faßt seit 1998 europaweit alle Kranich-Meldungen zusammen und weiß somit über nahezu all ihre Bewegungen vom Ural bis zur holländischen Küste, von Norwegen bis zur Südspitze Italiens und Spanien Bescheid. Auf seiner Internetseite (http://kraniche.vogelfreund.net) lassen sich Ankunft und Abflug der Kraniche an allen wichtigen Sammelplätzen ihrer Zugroute abrufen.
  Den nach wie vor leicht steigenden Bestand des „Grus grus" in Deutschland beziffert Franz auf etwa 2200 Brutpaare, die ihre Nistgebiete in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben. Die Mehrzahl der nordosteuropäischen Populationen, die sich seit Ende August mit Zigtausenden anderer Zugvögel unter anderem auf der Insel Rügen, dem größten und inzwischen weithin berühmten Sammelort  an der Ostsee eingefunden haben, werden vermutlich erst Ende Oktober oder im November aufbrechen. Für ihre anstrengende, mindestens  3000 Kilometer lange Flugroute warten sie, auf eine Schönwetterlage, am besten mit Rückenwind aus Norden oder Nordost. Dann fliegen sie mit Geschwindigkeiten von 50, 60 Kilometern pro Stunde nicht selten non  -stop in die sonnigen Gefilde
  Wechselt aber unterwegs das Wetter, kommen Regen und  Nebel auf, lassen sie sich gerne in Feuchtwiesen der Wetterau oder des Mönchsbruchs nieder, wie Vogelliebhaber und Ornithologen jedes Jahr  beobachten können. Dann schreiten sie majestätisch mit ihren weit über den Schwanz hinausragenden Flügeln durch den Sumpf.
Im Im Vogelsberg hatten Kraniche vor drei Jahren auf ihrem herbstlichen Zug gen Süden für große Aufregung gesorgt. Zu Hunderten waren sie eines Nachts im November in Ulrichstein notgelandet, und das keineswegs nur sanft. Urplötzlich waren sie geradezu aus dem nebelverhangenen Nachthimmel in der Gemeinde eingefallen, gegen Masten, Dächer, Häuser und Autos geprallt, wobei sich viele Vögel verletzten. Für 13 Tiere endete die Bruchlandung mit dem Tod, die Mehrzahl aber  erhob sich schon bald wieder in die Lüfte um ihre Reise via Frankreich gen  Spanien fortzusetzen.
  Nicht nur eine dichte Nebeldecke nannten Ornithologen damals  als Grund für die Invasion in Ulrichstein. Womöglich habe die nahe Windkraftanlage irritiert. Das Magnetfeld könnte gewissermaßen die Kompassnadel der Tiere abgelenkt haben.