Vogelfreunde betreiben Artenschutz jetzt weltweit auch im Internet

Nied. Fröhliches Zwitschern drang am Samstag und Sonntag durch die Räume des Saalbaus an der Heinrich-Stahl-Straße. Es war wieder die Zeit der alljährlichen Vogelschau Vereinsmeisterschaft des Kanarienzucht- und Vogelschutzvereins Höchst. 13 Züchter stellten  120 Tiere aus.
Die  Ausstellung ist im Wachsen begriffen, und dieses Jahr nutzte der Verein erstmals einen zweiten Raum des Bürgerhauses, um auch der Vogelbörse und der Cafeteria den gebührenden Platz einzuräumen. Eingeladen war auch Otwin Franz von der europäischen Kranich-Arbeitsgruppe. Er informierte anhand einer Europakarte über die Brutgebiete, Rast- und Durchzugländer und die Winterrastgebiete der langbeinigen Vögel. Die Kraniche werden mit Sendern ausgestattet und farbigen Ringen nach ihren Herkunftsländern markiert. "So weiß man zum Beispiel in Spanien, ob ein Kranich aus Finnland oder Schweden kommt", erklärte Otwin Franz. Kennen gelernt hatte Gisela Matkowski, die Vorsitzende des Kanarienzucht- und Vogelschutzvereins, den ehrenamtlichen Enthusiasten über einen speziellen Chatroom für Vogelfreunde (www.vogelnetzwerk.de). "Abends ab neun Uhr geht's
da rund", erzählt Gisela Matkowski und schwärmt von Kontakten zu Vogelbegeisterten aus ganz Europa.
Zurzeit  klagen die Vogelzüchter über Probleme mit neuen Gesetzen, nach denen es verboten werden soll bestimmte Arten zu züchten. Putzige Arten wie der Gloster, der mit seinen ponyartigen Stirnfedern an den Beatles-Pilzkopf erinnert, gäbe es dann zukünftig nicht mehr zu sehen. "Das soll angeblich Tierquälerei sein, weil die Vögel nichts mehr sehen könnten", ärgert sich Gisela Matkowski. (pvf)